Die Eingewöhnung in der Kita Kleyerstraße

 Aufnahme- und Kennenlernphase: Einige Tage vor der Eingewöhnung findet ein ausführliches Anamnesegespräch zwischen den Erziehungsberechtigten und der pädagogischen Bezugsperson statt, die das Kind während der Eingewöhnung begleitet. Im Mittelpunkt stehen die individuellen Bedürfnisse, Gewohnheiten und Interessen des Kindes. Ebenso werden wichtige Informationen, beispielsweise zu Allergien, Vorlieben, Schlafgewohnheiten oder bisherigen Erfahrungen mit Trennungssituationen, ausgetauscht. Dieses Gespräch dient dem Aufbau einer vertrauensvollen Zusammenarbeit und ermöglicht eine individuelle Gestaltung der Eingewöhnung.

Grundphase: In der Grundphase besucht das Kind gemeinsam mit einer vertrauten Bezugsperson für mindestens drei Tage die Gruppe für etwa ein bis zwei Stunden. Das Kind erhält dabei die Möglichkeit, die neue Umgebung, die Kindergruppe sowie die pädagogischen Fachkräfte behutsam kennenzulernen. Die Bezugsperson bietet dem Kind Sicherheit und Unterstützung, während erste Kontakte und Beziehungen aufgebaut werden können. In dieser Phase findet noch kein Trennungsversuch statt.

Erste Trennungsphase: Nach der Grundphase erfolgt der erste Trennungsversuch. Nach einer kurzen gemeinsamen Zeit verabschiedet sich die Bezugsperson bewusst vom Kind und verlässt den Gruppenraum, bleibt jedoch weiterhin in der Einrichtung erreichbar. Wichtig ist hierbei, dass kein Sichtkontakt zwischen Kind und Bezugsperson besteht.

Zeigt das Kind die Fähigkeit, sich von der pädagogischen Fachkraft beruhigen oder in das Gruppengeschehen einbinden zu lassen, kann die Eingewöhnung schrittweise fortgeführt werden. Sollte das Kind noch große Schwierigkeiten mit der Trennung haben und sich nicht beruhigen lassen, wird die Trennung an diesem Tag beendet und zu einem späteren Zeitpunkt erneut behutsam versucht.

Stabilisierungsphase: In der anschließenden Stabilisierungsphase werden die Trennungszeiten individuell und schrittweise verlängert. Das Kind gewinnt zunehmend Sicherheit im Alltag der Kindertagesstätte und baut Vertrauen zu den pädagogischen Fachkräften auf. Die Bezugsperson bleibt während dieser Zeit jederzeit erreichbar, um dem Kind bei Bedarf Sicherheit geben zu können.

Schlussphase: Die Eingewöhnung gilt als abgeschlossen, wenn das Kind die gesamte gebuchte Betreuungszeit in der Kindertagesstätte verbringen kann und sich auch in belastenden Situationen von den pädagogischen Fachkräften trösten und begleiten lässt. Trennungen können dem Kind weiterhin schwerfallen, dennoch gelingt es ihm zunehmend, den Alltag selbstständig und sicher zu bewältigen.

Im Sinne des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans verstehen wir Eingewöhnung als einen individuellen Prozess, der Zeit, Feinfühligkeit und eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften benötigt. Nur auf dieser Grundlage kann das Kind Vertrauen entwickeln und sich aktiv auf neue Bildungs- und Beziehungserfahrungen einlassen

Ausserdem ist uns wichtig: 

Für eine gelingende Eingewöhnung ist es uns wichtig, dass sich bestimmte Abläufe für das Kind wiederholen und verlässlich gestalten. Dazu gehören insbesondere die Verabschiedungs- und Abholsituationen. Eine bewusste und klare Verabschiedung gibt dem Kind Orientierung und Sicherheit – auch dann, wenn der Abschied mit Tränen verbunden ist. Deshalb bitten wir darum, sich nicht heimlich zu verabschieden, sondern dem Kind deutlich zu signalisieren: „Ich komme wieder.“ Dieses Vertrauen hilft dem Kind, Sicherheit aufzubauen und die neue Situation besser zu bewältigen.

Während der gesamten Eingewöhnungszeit begleitet die pädagogische Fachkraft das Kind aufmerksam und dokumentiert wichtige Beobachtungen, Besonderheiten sowie Entwicklungs- und Eingewöhnungsschritte. Diese dienen als Grundlage für gemeinsame Reflexionsgespräche mit den Eltern. In diesen Gesprächen tauschen wir uns über den bisherigen Verlauf aus und besprechen gemeinsam die weitere Gestaltung der Eingewöhnung.

Für die Eingewöhnungszeit sollten Eltern etwa vier Wochen einplanen. Da jedes Kind individuell auf neue Situationen reagiert, richtet sich die Dauer der Eingewöhnung nach den persönlichen Bedürfnissen des Kindes und kann bei Bedarf auch verlängert werden

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